Das leidige Thema der Steuern

Nach der Bundestagswahl und dem damit einhergehenden balidgen Regierungswechsel in Deutschland beginnen die Steuerdiskussionen. Da kursiert eine Forderung nach der anderen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die zwei Hauptforderungen sind folgende:

  • Steuern nennenswert senken, notfalls auf Pump, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.
  • Steuern belassen oder minimal senken und erst dann nennenswert senken wenn die anziehende Wirtschaft die fehlenden Einnahmen ausgleicht.

Dabei geht jedoch eine dritte, zumindest rein theoretisch bestehende Möglichkeit unter, die die Vorteile beider Forderungen vereint. Steuern zu senken und dabei direkt die fehlenden Einnahmen durch Mehreinnahmen aus Steuern auszugleichen. Klingt paradox? Ist es auch!

Es ist eines der Themen in der Wirtschaftswissenschaft, das bis heute nichtmal ansatzweise gelöst ist, unter Wissenschaftlern jedoch größte Diskussionen verursacht. Der Zusammenhang zwischen Steuern und Staatseinnahmen.

Dabei geht es um eine Theorie, die seit Jahrhunderten, wenn nicht gar Jahrtausenden, kursiert und in den 1970er Jahren vom Ökonomen Laffer mit der Laffer-Kurve zu beschreiben versucht wurde. Sie besagt, dass Staatseinnahmen zwar steigen wenn man den Steuersatz hebt, an einer gewissen Stelle jedoch ein Punkt erreicht wird, ab dem sie wieder fallen, weil sich für einige Menschen wegen der hohen Abgaben entweder die Arbeit nicht mehr lohnt oder ihnen zu wenig Geld übrig bleibt um damit Ausgaben, die ihrerseits die Unternehmen ankurbeln, zu finanzieren. Wo jedoch dieser Punkt ist, ab dem es wieder abwärts geht, das ist Gegenstand heißer Diskussionen. Zwischen einem Steuersatz von 15% und nahezu 80% wurde hier bereits die gesamte Bandbreite an verfügbaren Werten von bekannten Ökonomen vorgeschlagen, in der Realität ist der Effekt jedoch durch komplexe Steuersysteme und Sozialleistungen dermaßen undurchsichtig und unvorhersehbar, dass eine Diskussion und Entscheidung um Steuersenkungen oder -anhebungen eher an wahrsagerisches Orakeln erinnert denn an konkrete Wissenschaft oder gar Entscheidungsfindung.

Damit müsste man jedoch tatsächlich eine Frage auf den Tisch bringen: Sind die Steuern hier in Deutschland einfach schon zu hoch und haben den Zenit der Laffer-Kurve längst überschritten? Wären dann von Steuersenkungen gar Mehreinnahmen für den Staat zu erwarten?

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